Donnerstag, 28. Dezember 2006

Blade Runner - Essays im Internet

Es gibt hunderte von Seiten zu Blade Runner im Netz (ich verweise mal nur auf brmovie.com). Die entscheidende, auf der der Essay von Salim enthalten gewesen wäre, ist seit kurzem vom Netz. Hab den Essay mit google-Cache gesucht, er findet sich hier. (Die Funktion ist recht nett, es wär jedoch schön, man könnte die Links auf den entsprechenden Seiten verwenden, sofern die Seiten auch gecached sind.)
Werde hier ein paar Essays zusammenfassen:

RoyBoy - Character Analysis: Roy Batty. Zwei sehr klare, textnahe Interpretationen des Charakters von Roy, die in einer sehr breiten Verallgemeinerung mit anthropologischen Grundfragen in Beziehung gesetzt wird. Die zwei Interpretationen widersprechen und ergänzen sich - was sehr klar zeigt, wie differenziert BR die Rolle des Menschen in der Zeit der Biotechnologie behandelt. RoyBoy interpretiert den Mord an Tyrell und geht vor allem auf die Frage der Menschlichkeit von Roy Batty ein.
Die abschliessende Interpretation von RoyBoy zu Miltons Paradise Lost enthält viele wichtige Zitate, die Kommentare erhellen aber wenig.

Victor Gischler - Image Is Everything: Lacan's Mirror Stage and Blade Runner. Gischler zeigt die zentrale Stellung des Bildes in Blade Runner, das immer mit Identitätsbestätigung zu tun hat. Bilder sind Prothesen für diese Identitätsbestätigung. Der Essay ist durchwegs auf Lacan und seine Terminologie bezogen, aber man muss sich damit auskennen, um was davon zu haben.
Der Schluss des Essays bewertet interessanterweise das originale Ende als aufschlussreicher als dasjenige des Director's Cut - zudem einige wichtige Inputs zur Genderthematik in Blade Runner.

Hannah Kuhlmann - Finding the Cyborg. Ein Beitrag aus der Genderdebatte, der um Haraways Konzept des Cyborgs kreist. In BR seien nur Zhora und Pris Cyborgs, starke, unabhängige und sich nicht unterordnende Mensch-Maschinen, während Rachael, die als einzige überlebt, bereit ist, sich Deckards (und damit der männlichen) Sexualität unterzuordnen. Insofern werden die Gender-Aussagen des Filmes stark kritisiert, dazu werden auch Verweise auf andere Autoren beigezogen.

Keine Kommentare: