Wenn man von einem freien Willen als einem unbedingten freien Willen spricht, dann geht man davon aus, dass man zwischen gleichwertigen Handlungsmöglichkeiten auswählen kann - die, gerade weil sie gleichwertig sind, deshalb einer zufälligen Wahl unterstehen und somit ist unser Wille nicht mehr von Zufall zu unterscheiden.
Diese Vorstellung scheint abzulehnen zu sein, stattdessen ziehen wir vor, dass wir von Motiven und äusseren Ursachen gesteuert sind (und diese Motive als "unsere" bezeichnen können, sie uns aneignen können und deshalb frei sind) - also auf eine Art determiniert, wie die übrige Welt auch.
Nun scheint es aber in der Welt völlig zufällige Phänomene zu geben (man betrachte beim Link die weiterführenden Artikel), für die man sogar beweisen kann, dass keine versteckten Eigenschaften vorliegen. Falls das so wäre, könnte auch der Mensch (auf einer ganz elementaren Ebene) völlig zufälligen Phänomenen unterliegen und daher das als freien Willen (der dann in einem radikalen Sinne frei wäre) erleben - was nicht heisst, dass gewisse Aspekte davon trotzdem determiniert sind. Der freie Wille wäre dann eine Art Kombination von absolutem Zufall und Determination.
Donnerstag, 29. März 2007
Willensfreiheit und absoluter Zufall
Mittwoch, 28. März 2007
Kaffeesorgen

Aufgrund einer leichten Unpässlichkeit verzichte ich heute auf Kaffee - und habe in meine Thermoskanne Tee gefüllt, der aus zwei Gründen kaum trinkbar ist: Erstens hab ich den Beutel zu lang dringelassen, zweitens war bisher nur starker Kaffee drin und nun schmeckt der Tee (Pfirsichschwarztee) wie ein Kaffeemischgetränk. So was trink ich während der Fahrt in der S-Bahn.
Und ich glaube auch vermelden zu können, dass sich an kaffeelosen Tagen eine Art Schleier über mein Hirn und meine Wahrnehmungsorgane legt. Alles kommt mir etwas gedämpft vor, wie wenn ich ganz lang oder ganz kurz geschlafen hätte. Kaffee kann einem kaum gut tun.
Eingestellt von Philippe Wampfler um 11:36 Tags: Bilder, Narzissmus, S-Bahn
Dienstag, 27. März 2007
Erben
Viele Leute erben zu spät - so liest man heute im Tagi. Und seltsamerweise sind nur 30% der SchweizerInnen für Erbschaftssteuern - bezeichnenderweise gerade die, die davon betroffen sind.
Auf die Gefahr hin, zu denen zu gehören, die sich eine Meinung bilden, weil sie von der Materie keine Ahnung haben (so ein Ethiker im Tagi von heute), formulier ich mal den Vorschlag: 100% aller vererbten Beträge zu versteueren, und auch aller verschenkten Beträge grösser x. Würde mich freuen, vernünftige Einwände dagegen zu hören. Das Konzept einer Dynastie scheint mir wirklich nicht mehr aktuell zu sein, Geld sollte, soweit alle Anreizkonstrukte, verdient werden.
Eingestellt von Philippe Wampfler um 13:03
Geschäfte, Geschäfte
Joseph will mit mir Geschäfte machen, wie er mir per Mail mitgeteilt hat. Seine Formulierungen lassen wirklich auf eine lukrative Gelegenheit schliessen.
Geschäftsvorschlag.
Zuerst muß ich um Ihre Zuversicht in dieser verhandlung bitten. Das ist
auf Grund seiner lage, als das sein total VERTRAULICH und Geheimnisvoll.
Aber ich weiss, dass eine verhandlung dieses Ausmaßes irgendeinen Ängstlich und besorgt machen wird,aber ich versichre Ihnen, dass alles am Ende des tages in ordnung sein wird.
Wir haben uns entschieden Sie durch eine E-mail sendung,wegen der
Dringlichkeit diese verhandlung zu erreichen, als wir davon zuverlassig von seiner schnelligkeit und vertraulichkeit Überzeugt worden sind.
Ich möchte mich nun vorstellen. Ich bin Herr Joseph Mbekulu (Rechnungprüfer bei der Chartered Bank von Süd Afrika).
Ich kam zu ihrem kontakt in meiner persönlichen suche nach einer
zuverlassigen und anstandige person, um eine sehr vertrauliche verhandlung zu erledigen, die Übertragung von einem fremden Konto das maximale zuversicht erfordert.
Der vorschlag:Ein Ausländische,verstorbener Ingenieur Jurgen Rosenthal, ein Diamante-Handler/unternehmer mit der Republik Süd Afrika.
Er war bis seinem Tod vor drei jahren in einem Flugzeug absturz,als
unternehmer bei der Regierung tatig. Herr Rosenthal war unser kunde hier bei der Chartered Bank von Süd Afrika Johannesburg und hatte ein Konto guthaben von US$14.3 million (Vierzehnmilliondreihunderttausend United States Dollar). welches die Bank jetzt fraglos erwartet durch seine Verwandten das Sie sich melden, wenn Sie sich nicht melden wird alles zu einem Afrikanischen vertrauens fond für waffen und munitions besorgungen bei einer freiheitsbewegung hier in Africa gespendet.
Leidenschaftliche wertvolle Anstrengungen werden durch die Chartered Bank gemacht,um einen kontakt mit jemanden von der Rosenthal familie oder Verwandten zu bekommen.Es hat aber bis jetzt keinen Erfolg gegeben.
Es ist wegen der wahrgenommen moglichkeit keinen verwandten der Rosenthal zu finden (er hatte keine frau und kinder) dass eine Anordnung für den fond als nicht zubehaupten deklariert werden,sollte, und dann zum vertrauens-fond für waffen und munition bersorgung ausgeben,die dem kurs vom krieg in Afrika gespendet wird.
Um dieser negative Entwicklung abzuwenden, haben ich und einige meiner
bewährten kollegen in der Bank beschlossen das Geld nach Ihre zustimmung zu Überweisen und suchen jetzt Ihre Erlaubnis das Sie sich als verwandter des verstorbenen Ing.Jurgen Rosenthal deklarieren,damit der Fond in der höhe von USD$14.3m infolgen dessen als der Nutznießer(Verwandter des Rosenthal)auf Ihr Bank Konto Überwiesen werden.
Alle beurkundungen und Beweist die Ihnen ermöglichen diese Fonds zu
behaupten werden wir zu Ihrer verfügung stellen,damit alles gut verläuft
und wir versicheren Ihnen ein 100% Risiko freie Verwicklung.
Ihr Anteil wäre 30% von der totalen Gange, während die restlichen
70% ist für mich und meine kollege.
Wenn dieser vorschlag für Sie OK ist und Sie Wünschen das vertrauen
auszunutzen, das wir hoffen auf Ihnen und Ihrer Gesellschaft zu
verleihen,dann senden sie mir netterweise sofort per meine personal E-mail Adresse, Ihre Voll Namen, Adresse, Telefonnummer, fax-nummer und Ihre vertraulicher E-mail adresse, damit ich Ihnen die relevanten details dieser verhandlung senden kann.
Danke in voraus.
Mit freundlichen Grüße.
Joseph Mbekulu.
Eingestellt von Philippe Wampfler um 07:57
Dienstag, 20. März 2007
Hattrick

Es ist eine elende Sucht, dieses Spiel. Nun spielen also die Bright Eyes in der IX. Liga der Hattrick-Schweiz - den Aufstieg fest im Visier. Auf dem Tranfermarkt wird gewirbelt, man loggt sich fünf Mal täglich grundlos ein, wie's halt so ist...
Montag, 19. März 2007
Mal wieder
So, nach längerer Stille, mal wieder was hier.
Kutti MC hat war einen unschlagbaren Artikel im züritipp über Snoop Dogg (der heute in Zürich ist) geschrieben und dann war ich auch noch in den Bergen, mit 55 Jugendlichen, einem Mietwagen und ein paar Dutzend Schokoeier - aber ich muss mich doch aufs Wesentliche konzentrieren: Auf Murat Yakin. Hab mir grad mal seine Homepage angesehen, dann auch gleich die von Haki und die von Muris Freundin Anja Müller (die Homepage hat die URL anjam.ch und trägt den Fenstertitel "layout"). Bin beeindruckt.
Aber zur eigentlichen Story: Muri schreibt in seiner Kolumne im heute, «Vogel ist ein kleiner, bösartiger Intrigant». Die Weltwoche schreibt daraufhin, 1. habe Yakin das nicht selbst geschrieben und 2. wisse er gar nicht, was in seiner Kolumne steht.
Worauf Yakin in heute dazu Stellung nimmt und dabei 1. zugibt, die Kolumne nicht selber zu schreiben und 2. sie auch nicht zu lesen, wenn sie fertig gedruckt ist. Er segne aber jedes Wort persönlich ab. Yakin ist ein gutes Beispiel für das Mass von Intelligenz, das nötig ist, um in Fussballkreisen Karriere zu machen. Man schaue sich mal Trainer vom Kaliber eines Ciriaco Sforza oder eines Rene van Eck an. Nicht zu vergessen Köbi Kuhn, sympathischerweise graubehaart, aber deswegen nicht schlauer, kommunikativer oder strategisch innovativer als oben Genannte.
Donnerstag, 1. März 2007
There are...
only 10 types of people in the world - those who understand binary and those who don't.
Dienstag, 27. Februar 2007
Turbohaler
Ich inhaliere nun jeden Morgen, da ich ab gestern offiziell Asthmatiker bin. Nach meiner Arztvisite weiss ich nun auch, welche Phänomene sich unter die "Asthmasymptomatik subsumieren lassen", was der Unterschied zwischen "extrinsischer und intrinsischer Asthma" ist und wie man etwas "ex iuvantibus" diagnostiziert. Das wird an meinem Beispiel nun durchgeführt, ich inhaliere am Morgen und am Abend. Und der Inhaler, man wagts fast nicht zu sagen, gleicht einem Phallussymbol (einem sehr kleinen aber). Ich muss da mal ein Bild posten.
(Fast vergesse ich, meine tiefschürfenden Meinungen zu den Kosten im Gesundheitswesen und zur Ausbildung von Ärzten einzufügen, aber das vielleicht ein ander Mal.)
Eingestellt von Philippe Wampfler um 15:22 Tags: Medizin, Narzissmus
Wahre Liebe
Auf meinem Arbeitsweg begegne ich am Morgen häufig einem Liebespaar. Beide sind leicht behindert und arbeiten in einer Art geschützten Werkstatt. Während eine Menge Leute an ihnen vorübergehen, liegen sich die beiden in den Armen und küssen sich innig. Recht feucht und recht lang, aber es sieht so aus, als ob sie da beide Energie für den Tag tankten. Und es sieht auch so aus, als fühlte sich das jeden Morgen wie das erste Mal an.
Ausrichtung dieses Blogs
Die Frage, ob keine Ausrichtung der Ausrichtung aller Blogs entspreche, ob ich quasi den heute-Durchschnittsmix repräsentiere (ein bisschen Meinung über irgendwas, etwas Promitalk, Tech-Buzz und ab und zu ein Zitat), lässt mir keine Ruhe.
Was ich mache, muss doch irgendwie originell, einmalig, lesenswert sein - könnte man denken. Eventuell denkt man dann falsch, befürchte ich gerade. Dem sagt man wohl eine Blogkrise.
Eingestellt von Philippe Wampfler um 15:17 Tags: Blog, heute, Narzissmus
Montag, 26. Februar 2007
Zwei Zitate
"Suprigkeit ist kein Zufall." Gelesen an einer Bar in Berlin.
"Tragik und Spass zu trennen ist Fälschung" Kerr, Der Dichter und die Meerschweinchen
Eingestellt von Philippe Wampfler um 16:55
Demokratie im Test
Churchills Bonmot, wonach die Demokratie unter den schlechten Regierungsformen die am wenigsten schlechte sei, wird von verschiedenen Tests immer wieder infrage gestellt.
Gewisse Abstimmungen sind grundsätzlich nur Überprüfungen, ob die Stimmberechtigten mit ihren Rechten zurecht kommen. Das ist nicht immer der Fall. Ein weiteres Beispiel wird die Abstimmung über das sog. Offroader-Gesetzt bieten. Welcher vernünftige Mensch kann wollen, dass solche Gefährte auf unseren Strassen verkehren? Gewiss, man kann eine gewisse Grundfreiheit (ich darf alles besitzen, was ich will, brauchen, was ich will) ins Feld führen, doch scheint eine Form der Freiheit, die in der Bodenfreiheit und im Hubraum meines motorisierten Gefährts begründet liegt, etwas leer zu sein. Gesucht wäre also ein vernünftiges Argument gegen ein solches Gesetz. Wie z.B. (das ist einer meiner Klassiker) ein vernünftiges Argument dagegen, dass alle Autos, die in der Schweiz verkauft werden, bei 120 km/h abgeriegelt werden - oder gegen eine Einheitskrankenkasse (ganz grundsätzlich) - oder gegen den Abzug der Steuern direkt vom Lohn - oder gegen, ein grundsätzliches Verbot von Haustierhaltung aus Tierschutzgründen, oder einer obligatorischen CO2-Abgabe auf Flugtickets... Ich wage gar nicht an all die Verbesserungen zu denken, die ich der Schweiz in einem politischen Amt bringen könnte.
Eingestellt von Philippe Wampfler um 16:45 Tags: Narzissmus, Politik
Freitag, 23. Februar 2007
Top Ten
Ausschliesslich deutsche Literatur, ungeordnet:
1) Sebald: Schwindel.Gefühle
2) Novalis: Heinrich von Ofterdingen (oh, quelle deformation professionelle...)
3) Genazino: Abschaffel
4) Mann: Zauberberg
5) Kleist: Penthesilea
6) Brecht: Gedichte
7) Broch: Schlafwandler
8) Bernhard: Autobiographische Jugendtexte
9) Walser: Der Gehülfe
10) Dürrenmatt: Stoffe.
Alle Sprachen
1) Sterne: Tristram Shandy
2) Dostojewski: Die Gebrüder Karamasow
3) Banks: The Bridge
4) Heller: Catch 22
5) Proust: Erster Band Recherche
6) Murakami: Hard-boiled Wonderland
7) Tolstoi: Anna Karenina.
8) Wolfe: Bonfire of the Vanities.
9) Franzen: The Corrections.
10)
Eingestellt von Philippe Wampfler um 10:36
Dienstag, 20. Februar 2007
Wie viele Deutsche verträgt die Schweiz?
Da nun die stärkste Zeitung der Schweiz diese Frage so gar provokativ stellt (in einer "Serie"), hier meine Antwort drauf: Sie verträgt sie nicht, sie braucht sie. Und zwar massig. Warum?
1. Deutsche sind witzig. Unterhaltungen mit Deutschen sind spassig, sie sind nie um einen Scherz verlegen, trocken, angenehm.
2. Deutsche können austeilen und einstecken. "Befindlichkeitsdiskurse", wie sie in der Schweiz in den Medien und im Berufsalltag an der Tagesordnung sind, brauchen Deutsche weniger. Sie sagen, was Sache ist und können sich das auch anhören.
3. Deutsche sind weniger wehleidig. Sie arbeiten länger für weniger Geld - und das teilweise auch besser.
4. Deutsche sprechen eine Sprache (Hochdeutsch), die wir Schweizer je länger je mehr verdrängen und verlernen.
5. Was man schon immer wusste: Deutsche sind nicht die anderen, sondern wir sind die Deutschen. In den Deutschen sehen wir Schweizer immer das, was uns an uns selbst nicht gefällt - daher wäre die Frage eigentlich, wie viele Schweizer verträgt die Schweiz. Das sollte man sich mal überlegen.
6. Mir kommt sicher noch mehr in den Sinn...
Eingestellt von Philippe Wampfler um 09:30
Tingler und Roten
Gerade Tinglers Blog entdeckt und mich recht amüsiert, er triffts recht gut (gut gefällt mir auch das Video bei Äschbi auf seiner Homepage (bzw. auf SFs Homepage), der Äschbi ist ja recht gereizt):
Frau Roten verkörpert nämlich den Typ der Kolumnistin, deren gesamtes Schreiben immer nur ein Kampf gegen die eigene Komplexbeladenheit ist, und da die Sorte Selbstironie nicht mal dann erkennt, wenn man ihr damit auf den Kopf haut, wirkt das Ganze so gewollt und verkrampft, wie die Sorte Roten eben ist. Und überdies fällt das ganze Getue so ’n bisschen in sich zusammen, wenn man sie trifft und sie kein Wort rauskriegt und sich zusammenkauert. Aber gegen die Roten als Person hab ich gar nichts. Ich kenne sie ja überhaupt nicht. Ich habe während des Fluges nur, während ich, wie Frau Roten richtig schreibt, gewohnheitsmässig unaufhörlich auf Richie einquasselte, in meinem indirekten Blickfeld gesehen, wie sich am Ende der Sitzreihe ein stummes kleines Geschöpf gegen die Kabinenwand presste.
Eine andere Frage ist die, warum das Magazin des Tages-Anzeigers überhaupt seine Spalten für so Mädchengetue auf Pausenhof-Niveau breit macht
Montag, 5. Februar 2007
Michael Manns Filme
Güzin Kar, die mittlerweile den Status einer Cervelatprominenten beanspruchen kann, Weltwoche sei Dank, meldete sich dort kürzlich zu Manns neuestem Film Miami Vice zu Wort (Zitat siehe unten).
Die beiden Filme stehen unter dem Motto "A man's gotta do what a man's gotta do..." und zeigen, dass diese Männer auch noch Frauen haben - die, so sieht man, nicht ganz so begeistert sind, dass sich ihre Männer bis zur Sinnleere in ihre Aufgabe stürzen, irgend einen Gangster zu jagen, irgendwelche Millionen anzuhäufen - und sie ja was anderes machen würden, wenn sie nur könnten. Und letztlich sagen Sie, dass es keine Beziehung zwischen Männern und Frauen geben kann, da nur Frauen sich anpassen können und Männer keinen Schritt neben ihre Natur machen können.
Und letztlich sind diese Filme auch eine Absage an die Vorstellung, eine Tätigkeit habe eine Form und einen Inhalt, es spiele eine Rolle was man tut, nicht wie man es tut. Ob Drogendealerin oder Undercoveragent, ob Raubüberfaller (ob es dieses Nomen wirklich gibt) oder Inspektor - eigentlich tun sie alle das gleiche, fahren teure Autos, arbeiten Tag und Nacht, opfern sich, andere und ihre Ideale für das, was sie tun.
Und damit, hier liegt Frau Kar ganz richtig, zeigen Sie uns etwas aus unserem Leben - so leben wir nämlich häufig auch. Wir werden zynisch, wir lassen uns auf nichts mehr ein, wir können nicht anders - auch wenn wir keinen Ferrari fahren und keine geladene Waffe tragen.
Schauen Sie sich den Film gemeinsam mit dem Menschen Ihres Herzens an. Wenn er oder sie den Film nicht mag, rate ich Ihnen, Monsieur oder Madame galant zum Ausgang aus Ihrem Leben zu begleiten und zu verabschieden. Für immer. Er oder sie wird Sie nicht verstehen. Nie. Wenn Sie selber den Film auch nicht mögen, können Sie sich gemeinsam aus der nächsten Videothek einen Western holen und Ihr Kind Kevin taufen. Aber falls auch Sie nach dem Film das Gefühl haben, die Männer (und Frauen) etwas besser zu verstehen, muss ich Sie vorwarnen: Das Gefühl hält nur zwei Tage an. Danach ist alles wieder beim Alten. Aber zwei Tage sind mehr, als wir je zu hoffen gewagt hätten.
Güzin Kar, Weltwoche 33/06
Sonntag, 4. Februar 2007
Pursuit of Happyness
Etwas unfreiwillig diesen Film von Muccino gesehen. Ein schwarzer Vertreter verkauft recht erfolglos recht nutzlose Maschinen - worauf ihn seine Frau verlässt. Er durchläuft inzwischen eine Ausbildung als Aktienhändler und kümmert sich um seinen Sohn, mit dem er in einem Obdachlosenheim wohnt. Eine Reihe von Unglücksfällen suchen ihn heim, doch er bleibt wahnsinnig sympathisch und aufgestellt - und schafft's am Ende doch, er wird Aktienhändler und somit auch glücklich.
Was denkt man sich dabei?
1. Warum wird man als Aktienhändler besonders glücklich?
2. Wenn man zuwenig Geld hat, um sich eine Unterkunft zu leisten - wie kann man dann den Sohn in die Krippe bringen?
3. Als einziger Schwarzer in diesem Umfeld in den 80er-Jahren - erlebt man keine rassistisch motivierten Vorfälle?
4. Der American Dream erlaubt, dass man sich nicht um die Partnerin kümmert, unzuverlässig wird, die wirtschaftliche Zukunft einer Familie aufs Spiel setzt - aber nicht, dass man den Sohn bei seiner Mutter lässt?
5. Ich höre auf - man merkt wohl, was ich zu diesem Film zu sagen haben. Gemacht ist er brav, erzählt konventionell. Ich rate ab.
Freitag, 2. Februar 2007
Diese Frau
Es gibt da diese Frau. Jeden Morgen ist sie im Bus. Sie ist leicht übergewichtig und hat gekraustes Haar. Gepflegt, kann man wohl sagen, auch gut gekleidet. Am Kinn hat sie ein dreidimensionales Muttermal. Wenn sie aus dem Bus aussteigt, wartet sie immer auf den Lift, fährt runter und schlendert den Bahnsteig entlang. Einmal auf dem Weg schaut sie immer ihr Handy an.
Diese Frau ist ein Ärgernis für mich. Mich stört, dass sie den Lift nimmt. Sie tut es mit einer Selbstgefälligkeit, die mir zuwider ist. Ausserdem macht sie so ein Gesicht – ein miesepetriges, überllauniges Gesicht. Jeden Morgen frage ich mich, ob mir nicht zuwider ist, dass sei mir zuwider ist, also meine Gefühle ihr gegenüber. Ich kann weder das eine noch das andere ändern.
Eingestellt von Philippe Wampfler um 08:28 Tags: Narzissmus, S-Bahn
Donnerstag, 1. Februar 2007
Burning Sand
Ein ganz nettes Programm, mit dem man Stunden vertreiben kann - Sand in allen Farben und formen auf verschiedenste Arten zu "verbrennen" - ist von Max Nagel und macht Spass. Leider nur unter Windows - schaut man sich den Screenshot genau an, sieht man auch, wie nett mit Parallels auf meinem MacBook Windows und OS X gleichzeitig laufen. Auch das macht Spass.


