»Alterslockerheit« wird ihm attestiert, er steche Francines »Sex« und Kilchbergers »Coolness« sowas von aus (dem Zusammenhang von Sex und Coolness habe ich mich ja schon gewidmet). Eine Ära hat er geprägt im Schweizer Fernsehen, vor 25 Jahren den ersten WM-Final kommentiert und seither alle. Lässt man das Revue passieren, so ist man weniger über Benis Karriere (»Roger? - Das brüchte mer nochli gnauer...«), sondern vielmehr über das Ressort Sport im SF (dessen Leiter Beni übrigens ist). Da gibt es weder einen Moderator, der alle 22 Spieler auf dem Platz kennt, noch eine Moderatorin, die einem Skifahrer ansieht, ob er schnell oder langsam fährt. Dass niemand vernünftige Fragen stellen kann, wenn man mit Sportlern spricht, dass das Motto »sind alli so nett« eine kritische Auseinandersetzung verhindert und das deutsche Sportfernsehen (vor allem der öffentlich-rechtlichen Sender) nicht als Massstab genommen wird (vom amerikanischen ganz zu schweigen) mag eine Eigenart der Schweiz sein. Dass aber lockeres Sprücheklopfen einen nicht zum begnadeten Reporter macht, scheint augen- und ohrenfällig.
Freitag, 30. November 2007
Beni Turnheer
Montag, 19. März 2007
Mal wieder
So, nach längerer Stille, mal wieder was hier.
Kutti MC hat war einen unschlagbaren Artikel im züritipp über Snoop Dogg (der heute in Zürich ist) geschrieben und dann war ich auch noch in den Bergen, mit 55 Jugendlichen, einem Mietwagen und ein paar Dutzend Schokoeier - aber ich muss mich doch aufs Wesentliche konzentrieren: Auf Murat Yakin. Hab mir grad mal seine Homepage angesehen, dann auch gleich die von Haki und die von Muris Freundin Anja Müller (die Homepage hat die URL anjam.ch und trägt den Fenstertitel "layout"). Bin beeindruckt.
Aber zur eigentlichen Story: Muri schreibt in seiner Kolumne im heute, «Vogel ist ein kleiner, bösartiger Intrigant». Die Weltwoche schreibt daraufhin, 1. habe Yakin das nicht selbst geschrieben und 2. wisse er gar nicht, was in seiner Kolumne steht.
Worauf Yakin in heute dazu Stellung nimmt und dabei 1. zugibt, die Kolumne nicht selber zu schreiben und 2. sie auch nicht zu lesen, wenn sie fertig gedruckt ist. Er segne aber jedes Wort persönlich ab. Yakin ist ein gutes Beispiel für das Mass von Intelligenz, das nötig ist, um in Fussballkreisen Karriere zu machen. Man schaue sich mal Trainer vom Kaliber eines Ciriaco Sforza oder eines Rene van Eck an. Nicht zu vergessen Köbi Kuhn, sympathischerweise graubehaart, aber deswegen nicht schlauer, kommunikativer oder strategisch innovativer als oben Genannte.
Freitag, 26. Januar 2007
SF spart - und...
Im Tagi gelesen: SF streicht Formel 1 aus Programm - da nur eine Gebührenerhöhung von 2,5% bewilligt wurde. Peter Sauber ist empört, schliesslich wollten das so viele Leute immer schauen; Formel 1 auf Schweizerdeutsch, und erst recht, seit BMW den Sauber-Renn"stall" übernommen hat. Drei Gedanken ergeben sich sofort:
a) Man könnte an sinnloseren Orten sparen.
b) Es gibt ja Formel 1 immer noch auf Sendern mit kompetenten und kritischen Moderatoren.
c) Man könnte auch an Orten sparen, wo der Öffentlichkeit nicht ganz so schmerzhaft ins Bewusstsein gerückt wird, dass gespart wird.
Und c) führt gleich zu weiteren Überlegungen, die sich auch aus dem Tagi-Text ergeben: SF macht nicht transparent, wo genau wie viel gespart wird. Warum auch? Schliesslich wird es ja über Zwangsgebühren finanziert, wer würde da schon Transparenz erwarten. (Man liest ja auch in der Weltwoche, dass SF auch keine Auskunft über Produktionskosten von Sendungen abgibt.) Alle Ironie beiseite: Das muss ein Ende haben. Die genauen Daten (Zuschauerzahlen, Kosten, Gehälter etc.) müssen von SF jährlich publiziert werden und Entscheide so begründet. Dass da gewisse Leute selbstherrlich ein Programm machen ohne dem Markt ausgesetzt zu sein, wirkt leicht anachronistisch.
Dienstag, 16. Januar 2007
Spitzensport
Wenns einen Aufhänger braucht, um über Spitzensport zu sprechen, dann solls die chemische „Präparation“ von Skipisten in den Schweizer Bergen sein, die gleichzusetzen ist mit einer Vergiftung der Flora und eine massive Erosion zur Folge haben wird. Aber seien wir ganz allgemein: Spitzensport (definiert als bezahlter Sport) gehört abgeschafft, in jeder Form, jede Sportart, überall.
Hier ein paar Gründe (wie immer bei mir recht pointiert):
1. Ganz ökonomisch gedacht: Spitzensport rentiert selten. Wir sprechen nicht von Mega-Events wie den olympischen Spielen oder einer Fussball-WM, sondern von regulär stattfindenden Events. Davon gibt’s wenige, die ohne Beteiligung der öffentlichen Hand auskäme. Mehr als hundert Arbeitskräfte aus Militär und Zivildienst haben die Pisten in Wengen und Adelboden präpariert. Stadien werden (selbst für eine Fussball-EM) immer subventioniert usw.
2. Spitzensport schadet allen ihn praktizierenden Athleten. Praktisch ohne Ausnahme kann man heute in keinem Sport Spitze sein, ohne seinem Körper irreversiblen Schaden zuzufügen.
3. Es gibt fast keine Sportart, in der Doping oder Betrug keine Rolle spielt. Kontrollen werden zur Farce und eine Freigabe von Doping ist keine Lösung. Doping wird aber (aufgrund seiner Kosten) erst attraktiv, wenn man mit Sport Geld verdienen kann.
4. Die vom Sport ausgelösten Emotionen bei den Zuschauenden sind Emotionen, die wir eigentlich überwunden glaubten. Sport fördert einen primitiven Nationalismus, der mit der europäischen Idee und einem zivilisierten Weltbild nicht vereinbar ist, führt zu religiöser Überhöhung gewisser Figuren, Sport ist eine grosse Illusion.
5. Die Globalisierung der Sportwelt für zu absolut unsinnigen Reisen solche Anlässe rund um den Globus. Für Grossveranstaltungen werden Jahr für Jahr Bauten errichtet, die so niemand braucht.
Fazit: Nein, Sport an sich ist schon was Gutes, wer wollte das bestreiten, und nein, kompetitive Auseinandersetzung hat auch Positive Aspekte und soll nicht eliminiert werden. Doch Sport kennt ein vernünftiges Mass - und das wird beim Spitzensport in jeder Hinsicht überschritten.