"Wotsch en Brief, so schribsch en Brief", hiess es doch mal. In einer Zeit, wo mich 16-jährige fragen, was A-Post sei, ist ein solches Diktum natürlich schon etwas passé. Aber wenn man im ganzen Blogspiel bestehen möchte, d.h. eine treue Schar Lesende um sich versammeln möchte, so müsste man andere Blogs lesen, kommentieren und so seinen Blog anpreisen; das gleiche Prinzip wie ehedem also, mein meine Blogberatung. Da es für solche Angelegenheiten an Zeit nie mangelt, gibt es nur ganz prinzipielle Probleme - wie will man sich mit seinen Kommentaren positionieren? Kommentiert man Dutzendblogs auf der Jagd nach Aufmerksamkeit, oder wagt man sich an die herausragenden Prachtsexemplare, wo sich die "Weisheit der vielen" tummelt?
Dienstag, 3. April 2007
Dienstag, 27. Februar 2007
Ausrichtung dieses Blogs
Die Frage, ob keine Ausrichtung der Ausrichtung aller Blogs entspreche, ob ich quasi den heute-Durchschnittsmix repräsentiere (ein bisschen Meinung über irgendwas, etwas Promitalk, Tech-Buzz und ab und zu ein Zitat), lässt mir keine Ruhe.
Was ich mache, muss doch irgendwie originell, einmalig, lesenswert sein - könnte man denken. Eventuell denkt man dann falsch, befürchte ich gerade. Dem sagt man wohl eine Blogkrise.
Eingestellt von Philippe Wampfler um 15:17 Tags: Blog, heute, Narzissmus
Dienstag, 20. Februar 2007
Tingler und Roten
Gerade Tinglers Blog entdeckt und mich recht amüsiert, er triffts recht gut (gut gefällt mir auch das Video bei Äschbi auf seiner Homepage (bzw. auf SFs Homepage), der Äschbi ist ja recht gereizt):
Frau Roten verkörpert nämlich den Typ der Kolumnistin, deren gesamtes Schreiben immer nur ein Kampf gegen die eigene Komplexbeladenheit ist, und da die Sorte Selbstironie nicht mal dann erkennt, wenn man ihr damit auf den Kopf haut, wirkt das Ganze so gewollt und verkrampft, wie die Sorte Roten eben ist. Und überdies fällt das ganze Getue so ’n bisschen in sich zusammen, wenn man sie trifft und sie kein Wort rauskriegt und sich zusammenkauert. Aber gegen die Roten als Person hab ich gar nichts. Ich kenne sie ja überhaupt nicht. Ich habe während des Fluges nur, während ich, wie Frau Roten richtig schreibt, gewohnheitsmässig unaufhörlich auf Richie einquasselte, in meinem indirekten Blickfeld gesehen, wie sich am Ende der Sitzreihe ein stummes kleines Geschöpf gegen die Kabinenwand presste.
Eine andere Frage ist die, warum das Magazin des Tages-Anzeigers überhaupt seine Spalten für so Mädchengetue auf Pausenhof-Niveau breit macht
Donnerstag, 1. Februar 2007
Burning Sand
Ein ganz nettes Programm, mit dem man Stunden vertreiben kann - Sand in allen Farben und formen auf verschiedenste Arten zu "verbrennen" - ist von Max Nagel und macht Spass. Leider nur unter Windows - schaut man sich den Screenshot genau an, sieht man auch, wie nett mit Parallels auf meinem MacBook Windows und OS X gleichzeitig laufen. Auch das macht Spass.
Mittwoch, 31. Januar 2007
Lifecycle of a Blogger
Da ich nun weniger zu schreiben beginne, fragt man sich, ob es mit diesem Blog schon wieder zuende geht, obwohl er erst gerade eine Lesergemeinde gefunden hat. Mitnichten.
Hier kann man nachlesen, welche Karriere mir bevorsteht. Auf dem Lifecycle bin ich wohl erst auf Stufe 2 angelangt, aber das kann ja mal heiter werden...
Eingestellt von Philippe Wampfler um 14:43 Tags: Blog, Narzissmus
Freitag, 26. Januar 2007
Liesme
Knitting, as they call it, scheint nicht nur in der Schweiz, wo man gelegentlich von Schweizermeisterschaften (die von Männern organisiert und dominiert werden), total in zu sein, sondern vor allem in der USA. Wenn man diesen Blog liest, wird einem deutlich, was da wirklich abgeht.
Die Autoren von Freakonomics haben in ihrem Blog eine Einsendung veröffentlicht, wonach diese Strick-Community dermassen viel Strickwolle kauft, dass die Bank der Firma, die dieses krasse Material herstellt, ihre Konten gesperrt hat, weil sie so viel Geld eingenommen haben.
Eingestellt von Philippe Wampfler um 08:33 Tags: Blog, Freakonomics
Mittwoch, 17. Januar 2007
Soweit musste es kommen
Mit diesen Worten wird auf meinen Blog verlinkt:
"Habt ihr einen Blog, aber euch fehlen die Leser? Dann hackt ein bisschen auf «heute» herum. Dies kann nun doch jeder, nicht wahr?"
Hab mir schon fast gedacht, das heute-Bashing müsse eine Ende nehmen, aber dann liegts halt doch wieder so verführerisch in der S-Bahn und ich ertappe mich beim Tippen.
Eingestellt von Philippe Wampfler um 11:57 Tags: Blog, heute, Narzissmus, S-Bahn
Dienstag, 16. Januar 2007
Formatierungen in Blogger
Sobald ich längere Einträge schreibe, wird der Zeilenabstand geringer. Html bearbeiten bringt nichts, dort hat es keine Html-Tags. Was tun?
Mittwoch, 10. Januar 2007
Die Weisheit der Vielen
Die These der Weisheit der Vielen, Grundlage für das Heilsversprechen von Web 2.0, lautet wohl kurz gesagt:
Eine gut organisierte Gruppe ist besser informiert und handelt/entscheidet weiser, als dass es jeder einzelne könnte (ohne die Gruppe).
Die These ist weit davon entfernt, selbstverständlich zu sein. Bin ich über ein Thema gut informiert und in der Lage, weise Entscheidungen zu treffen, so brauche ich kaum eine Gruppe. Bin ich schlecht informiert, so kann mir die Gruppe helfen - doch dann entsteht sofort die Frage, wie ich mich in dieser Gruppe (oder eben im Web 2.0) informieren kann. In der Theorie könnte funktioniert die Idee von Surowiecki (trotz seiner eher bedenklichen wirtschaftstheoretischen Annahmen) sicher, doch in der Praxis (gerade beim Web) sind so hohe Skills erforderlich, dass gerade die, die von dieser Weisheit am meisten profitieren könnten (weil sie am schlechtesten informiert sind), nicht zu dieser Gruppe dazugehören.
Man muss darüber aber weiterdenken...
Montag, 8. Januar 2007
Selbstreferentiell
Beim Nachdenken über Tagebücher einen Artikel über Blogs aus der Süddeutschen Zeitung gelesen. Dort wird behauptet, das zweit beliebteste Thema bei amerikanischen Bloggern sei der eigene Blog - mithin seinen Blogs selbstreferentiell. Um dem gerecht zu werden, hier ein Gedanke: Wenn jemand Tagebuch schreibt, so ist das wohl meist Selbstreflexion - in einer so intimen Form, dass das Tagebuch nur den Schreiber selbst zum Leser haben kann. Das eigene Denken (v.a. über sich) ist so privat, dass es unter Beobachtung kaum noch stattfinden kann.
Nun ist aber am besten versteckt, was gar nicht versteckt wird, wie man seit Poes The Purloined Letter weiss (hier noch die klassische Interpretation von Lacan) - dort liegt der Brief, der gesucht wird, ganz offen auf dem Tisch. Also könnte man das Tagebuch allen zugänglich machen und das Intimste zum Öffentlichste. Und ist unsere Zeit nicht eine, in der das regelmässig geschieht, in der Intimität nur als Publizität (gibt es dieses Wort wirklich?) möglich ist. Was alle wissen ist wohl dem gleichwertig, was niemand weiss. Nur wenn etwas den Anscheint hat, es sei für einen esoterischen Kreis bestimmt, wird es peinlich, es zu enthüllen.
Eingestellt von Philippe Wampfler um 14:32 Tags: Blog, Lacan, Narzissmus, Poe