Das ist er - der typische Schweizer. Flo bzw. die Gemeinde Spreitenbach hat ihn gesucht: Will man in Spreitenbach eingebürgert werden (die Formulierung scheint schon paradox zu sein: man wird dann ja nicht in erster Linie Spreitenbacher, sondern Schweizer, aber so ist das halt mal), dann muss man folgende Frage beantworten können:
Was isst / hat der typische Schweizer?Zunächst sollte man mal einen typischen Schweizer finden, und voilà, die brisanten News eines Sommerlochtages bringen ihn zum Vorschein, es ist Rene Kuhn. Von seinem leuchtenden Beispiel kann man einige Antworten auf die oben stehende Frage ableiten, denn als typischer Schweizer
- hat man natürlich eine Frau, am besten eine rassige Russin, die auch noch so schön malen kann
- hat man eine Homepage, auf der man deutlich macht, was man denkt, wofür man einsteht und wer man ist.
- hat man Freude, wenn man aus den Ferien zurückkommt, insbesondere, wenn diese »in einem vom Kommunismus runter gewirtschafteten und gezeichneten Land« stattgefunden haben (man könnte denken, es handle sich um das Herkunftsland der rassigen Russin, und nicht auf das Land, das auf dem Bild zu sehen ist)
- hat man nicht mehr so Freude, wenn man die linken Frauen in der Schweiz sieht, denn im Ferienland sind sich Frauen »nicht zu schade, sollten die Haare grau werden, diese zu färben, damit sie auch im Alter attraktiv wirken und nicht mit ihren grauen Haaren um 10 Jähre älter wirken«, und kommt dann zum Schluss: »Die linken Schweizer Frauen könnten noch einiges Lernen, aber diese Emanzen laufen lieber wie Vogelscheuchen umher.« [Quelle: zisch]
- hat man noch weniger Freude, wenn andere die eigenen Gedanken auch lesen, denn dann muss man sich rechtfertigen, und das klingt dann so: »Warum sich die SP nun so über meine Äusserungen aufregt ist mir schleierhaft, denn ich meinte nicht einmal die Frauen aus dem Parlament, sondern was einem tagtäglich auf der Strasse begegnet. Aber da fühlen sich wohl einige angesprochen, obwohl ich nur eine kleine Minderheit damit meinte.«
- hat man ganz allgemein ein solides Verständnis vom Rechtsstaat (auch Rene Kuhn darf auf seiner Homepage seine Meinung vertreten, auch wenn es sich nicht um die Meinung der SVP handelt, damit wäre auch der Punkt »Freiheitsrechte« aus dem Einbürgerungstest Spreitenbachs abgehandelt) und von politischen Mechanismen: Wenn Herr Kuhn nämlich nicht gewählt wird, liegt es daran, dass die Wahlbeteiligung bei 30% lag, denn: »Eine schlechte Wahlbeteiligung wirkt sich immer enorm auf die Ergebnisse der SVP aus.«
- Leider erfährt man nicht, wovon sich der gute Mann neben Zigarren und gutem Wein ernährt, aber man kann annehmen, wie allen rechten Schweizer mag er auch mal einen Kebab und ein gutes Stück brasilianisches Rinderfilet, dem er dann als Schweizer Rindsfilet sagt.
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