Freitag, 28. August 2009

Die Fuhrer Nachfolge - Warum der SVP der Sitz nicht gebührt

Während die NZZ neutral berichtet, spricht Ruedi Baumann im Tagi von einem »klaren Anspruch« der SVP auf den zweiten Sitz im Regierungsrat, skizziert ein klares Profil (anständiger, braver Exekutivpolitiker vom Lande, denn »Regierungsräte werden auf dem Land gewählt«), und nennt dann ein paar Namen. Unter anderem dann auch Natalie Rickli, wenn es wirklich eine Frau sein müsste. Herr Baumann findet aber, eine Frauenkandidatur sei nicht nötig, da im neunköpfigen Regierungsrat »immer noch zwei Frauen« vertreten wären. So lange es also irgendwo noch Frauen gibt, scheinen sie auch angemessen vertreten zu sein.
Wenn nun also Politikerinnen wie Rickli das Profil für den Regierungsratsposten gemäss dem Tages-Anzeiger zu erfüllen scheinen, muss man sich vielleicht schon einmal ein paar grundsätzliche Gedanken darüber machen, warum den Grünen dieser Sitz zusteht.
Diese Gedanken können sich leicht am Interview mit Ulrich Schlüer entzünden, das sich ebenfalls heute im Tagi befindet. Herr Schlüer vertritt das gleiche ignorante, rassistische und menschenverachtende Gedankengut wie die zugegebenermassen etwas attraktivere Natalie Rickli, und so argumentiert er denn auch brillant gegen das Mitbestimmungsrecht von Ausländern in der Kirche:

Wer mitbestimmen will, soll sich zuerst bei uns integrieren und dann um die Einbürgerung bewerben.
Dass man die Einbürgerung dann möglichst schwer macht, davon ist hier nicht die Rede, aber das versteht sich von selbst, denn wie kann es sein, dass Deutsche in der Kirche, zu der sie gehören, auch etwas mitbestimmen dürfen, geschweige denn darüber abstimmen dürfen, ob mit ihren Steuergeldern in ihrem Dorf für ihre Kinder eine neue Schule gebaut werden soll, denn schließlich sollen sie sich zuerst integrieren und bekanntlich werden alle integrierten Deutsche sofort eingebürgert.
Solche Politikerinnen und Politiker tragen die SVP, zumindest ideologisch. Dass man so kein Departement leiten kann, drüfte selbstverständlich sein - und so bleibt zu hoffen, dass die Grünen eine geschickte Kandidatin aufstellen und den Wählerinnen und Wählern der SVP klar machen, dass man mit 30% Wahlanteil bei der Wahlen der Legislative auch nur einen Sitz in der Exekutive erhalten kann. Denn Frauen braucht es da ja auch nur zwei.

Kommentare:

bajaz hat gesagt…

Was Frauen betrifft, so spielt es heutzutage keine Rolle mehr. Denn "fraulich" wird die Politik durch Frauen überhaupt nicht, wie wir immer wieder überzeugend feststellen können! Die Quote ist Alibi...

Beryl hat gesagt…

Sie wird durch Männer aber auch nicht männlicher. Warum also die intellektuellen Kapazitäten der Hälfte der Menschheit aussen vor lassen? Die Vorurteile sind aber noch immer sehr stark und müssen erst durch Beweise ausser Kraft gesetzt werden. Also warum keine Quote? So könnte man beweisen, das Frauen ebenso fähige Politiker sind wie Männer.